Ramsar-Konvention

Die Ramsar-Konvention ist ein zwischenstaatlicher Vertrag, der am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar verabschiedet wurde. Es handelt sich um einen der ältesten internationalen Verträge zum Schutz der Natur. Dessen amtliche Bezeichnung lautet „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ (englisch “Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat”). Bis Oktober 2021 sind 172 Nationen als Vertragsparteien dem Übereinkommen beigetreten, und 2.431 Feuchtgebiete auf der ganzen Welt mit einer Gesamtfläche von 2.546.206 km² sind zur Aufnahme in die Ramsar-Liste international bedeutender Feuchtgebiete benannt worden.

Ziele

Die Ziele des Übereinkommens haben sich seit der Verabschiedung deutlich erweitert. Heute umfassen sie:

  • den ganzheitlichen Schutz von Feuchtgebieten als bedeutende Ökosysteme zum Erhalt der Biodiversität,
  • die nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten (“wise use”),
  • die Kommunikation und Weiterbildung zur Bedeutung von Feuchtgebieten,
  • die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich.

Ramsar-Schutzgebiet "Rheinauen zwischen Eltville und Bingen"

Ramsar-Schutzgebiet "Rheinauen zwischen Eltville und Bingen"


Rheinland-Pfalz hat ein Ramsar-Schutzgebiet gemeinsam mit Hessen, die „Rheinauen zwischen Eltville und Bingen“, das am 26.02.1976 in die Ramsar-Liste aufgenommen wurde. Zum Schutzgebiet gehören im hessischen Teil die Naturschutzgebiete „Mariannenaue“ und die „Rüdesheimer Aue“ (zusammen 225 ha). Der rheinland-pfälzische Teil besteht aus dem Naturschutzgebiet „Fulder Aue – Ilmen Aue“ und umfasst 341 ha (siehe Karte). Informationen zum Naturschutzgebiet finden Sie im NSG-Album.

Der rheinland-pfälzische Teil des Ramsar-Schutzgebiets mit der Fulder Aue im Zentrum

Der rheinland-pfälzische Teil beherbergt im Jahresverlauf tausende rastende und überwinternde Wasser- und Watvögel sowie Möwen aus dem gesamten europäischen Raum. Auf dem Frühjahrs- und Herbstzug nutzen je nach Wasserstand Bruchwasserläufer, Lachmöwen und Trauerseeschwalben das Gebiet zur Nahrungsaufnahme. Besonders im Winter kommt es zu großen Ansammlungen von Tafel-, Reiher- und Schellenten. Solch hohe Anzahlen sind im Binnenland außergewöhnlich. Gründe hierfür sind die zahlreichen Nahrungshabitate wie die Flachwasserzonen sowie die Stillwasserzonen und Leitwerke, die als Ruhe- und Schlafplätze dienen. Zusätzlich entsteht durch den wechselnden Wasserstand des Rheins eine Dynamik, die immer wieder Schlammflächen und Sandbänke entstehen lässt oder überschwemmt. Dadurch können die Areale im Gebiet je nach Zustand von Arten mit unterschiedlichen Lebensraumansprüchen genutzt werden.